Auswahlverfahren bei Ausbildungsberufen der Feuerwehr


Das Auswahlverfahren besteht in allen Ausbildungsberufen der Feuerwehr aus

  • dem intellektuellen Teil und dem Drehleitersteigen,
  • dem Sporttest (bzw. bei der Laufbahngruppe 2, 1. und 2. Einstiegsamt aus den unten genannten Teilen des Sporttests) und
  • dem Vorstellungsgespräch.

Bei der Laufbahngruppe 2, 1.und 2. Einstiegsamt kann der intellektuelle Teil aus verschiedenen Bausteinen des Assessment Center bestehen (z. B. Stellungnahme, Präsentation, Gruppenarbeit).
Intellektueller Test für die Laufbahngruppe 1, 2. Einstiegsamt

  • Nacherzählung nach ca. 10-minütigem mündlichen Vortrag
    Bearbeitungszeit: 30 Minuten
    Bewertet werden: 1. Inhalt
    2. Rechtschreibung
    3. Sprachliche Gestaltung
  • Rechen-/Mathematiktest mit Aufgaben aus dem Bereich der Grundrechenarten
    Bearbeitungszeit: 30 Minuten (Taschenrechner ist nicht erlaubt)
  • Allgemeinwissenstest
  • Logisch-Analytischer Test

 

Drehleitersteigen

Das Drehleitersteigen dient der Überprüfung der berufsspezifischen Fähigkeit der Höhentauglichkeit. Die Testperson besteigt eine Drehleiter (30m Länge, Neigungswinkel ca. 72°).
Die Übung gilt als bestanden, wenn der Aufstieg der Drehleiter innerhalb von 70 sec. erfolgt.

Sporttest Laufbahngruppe 1, 2. Einstiegsamt und Notfallsanitäter

Balancieren

Testaufbau
An einem Ende des Schwebebalkens wird ein Kasten als Aufstiegshilfe platziert. In der Mitte des Schwebebalkens wird ein Hindernis in Form eines Medizinballs positioniert. Am anderen Ende des Schwebebalkens wird ein Sandsack als Zusatzlast bereitgelegt. An den jeweiligen Enden des Schwebebalkens sollte ein Wendebereich von 20 cm markiert werden.

Testdurchführung
Ausgangsposition:
Die Testperson steht barfuß (zur Standardisierung der Testbedingung) vor dem Kasten als Aufstiegshilfe.

Durchführung:
Auf ein Startsignal besteigt die Testperson in einem kontrollierten Tempo den Schwebebalken über den Kasten.
Die Testperson balanciert über den Balken und nimmt am Ende des Balkens den Sandsack mit einer Hand auf, übertritt die Wendemarkierung, macht eine halbe Drehung und transportiert die Zusatzlast in einer Hand zum Balkenanfang. Innerhalb dieser Wendemarkierung dreht die Testperson erneut um, verlagert die Zusatzlast in die andere Hand und transportiert sie zurück. Am Ende des Balkens wird der Sandsack in der Wendemarkierung abgelegt. Nach einer abschließenden halben Drehung balanciert die Testperson zurück und steigt über den Kasten kontrolliert ab. Während des Balancierens wird jeweils in der Mitte des Balkens der Medizinball von den Testpersonen überstiegen (kein seitliches Vorbeiführen der Beine).
Die Testperson führt keinen Probe- und einen Wertungsdurchgang durch.

Mindestanforderung:
Die Übung muss in max. 50 sec. absolviert werden.
 

Liegestütze

Testaufbau
Der Test wird auf einem sauberen Hallenboden, der festen Halt für die Füße bietet, oder auf einer dünnen Gymnastikmatte durchgeführt.

Testdurchführung
Ausgangsposition:
Die Testperson nimmt eine Liegestützhaltung vorlings mit gestreckten Armen ein. Die Hände sind dabei auf Höhe der Schultergelenke auf dem Boden aufgestützt. Die Körperhaltung ist gestreckt bei geschlossenen Beinen.

Durchführung:
Auf Kommando beugt die Testperson bei gestreckter Körperhaltung die Arme bis der Ellbogenwinkel 90° beträgt (Dauer 2 s).
Auf Kommando streckt die Testperson bei gestreckter Körperhaltung die Arme bis der Ellbogenwinkel 180° beträgt (Dauer 2 s).

Nach 16 gültigen Wiederholungen wird der Test abgebrochen.

Mindestanforderung:
Es müssen mindestens 8 Liegestützen absolviert werden.
 

Wechselsprünge

Testaufbau
Die Wechselsprünge werden über eine Stange auf einem sauberen, rutschfesten Hallenboden durchgeführt. Die Stange wird dafür auf einer Höhe von 33 cm z.B. auf zwei Pylonen fixiert.

Testdurchführung
Ausgangsposition:
Die Testperson steht absprungbereit seitlich zur Stange mit den Beinen hüftbreit auseinander.

Durchführung:
Nach dem Startkommando springt die Testperson mit beiden Beinen gleichzeitig seitlich über die Stange hin und her.
Dies wiederholt die Testperson ohne Unterbrechung und möglichst ohne Zwischensprünge bis der Testleiter den Test nach 30 s beendet.
Die Testperson macht zwei Probesprünge. Nach einer kurzen Pause erfolgt ein Wertungsdurchgang mit Startsignal.

Mindestanforderung:
Die Übung müssen mindestens 30 Wechselsprünge absolviert werden.
 

Beugehang

Testaufbau
Der Test wird an einer Klimmzugstange bzw. einer befestigten Reckstange durchgeführt. Es wird eine Aufstiegshilfe (z.B. Kasten) zur Verfügung gestellt, damit die Testperson ohne eine freihängende Klimmzugbewegung direkt die gebeugte Armposition als Testausgangsposition einnehmen kann. Zur Vermeidung von Verletzungen sollte eine Gymnastikmatte unterhalb der Klimmzugstange ausgelegt werden.

Testdurchführung
Ausgangsposition:
Die Testperson greift schulterbreit im Kammgriff an die Klimmzugstange. Dann nimmt sie die Ausgangsposition mit gebeugten Armen ein, so dass das Kinn oberhalb der Klimmzugstange gehalten werden kann. Das Einnehmen der Ausgangsposition muss ohne freihängende Klimmzugbewegung direkt mit einer Aufstiegshilfe erfolgen können.

Durchführung:
Die Zeitmessung beginnt sobald die Testperson die Beugehangposition erreicht hat.

Die Testperson führt keinen Probe- und einen Wertungsdurchgang durch.

Als Hilfsmittel kann Magnesia verwendet werden. Die Klimmzugstange sollte zwischen den Tests ggf. abgetrocknet werden. Nach 60 s gültiger Halteposition wird der Test abgebrochen.

Mindestanforderung:
Der Beugehang muss mindestens 30 sec. gehalten werden.
 

Seitlicher Medizinballwurf

Testaufbau
Für den seitlichen Medizinballwurf wird ein 20 m langer und ca. 4 m breiter Wurfbereich eingerichtet. Der Wurfbereich sollte dabei am Hallenrand in Richtung einer Hallenwand ausgerichtet werden. An dem hallenwandfernen Ende des Wurfbereichs wird eine Abwurflinie (Hallenlinie oder Kreppband) markiert. Ein Maßband wird rechtwinklig zur Abwurflinie vom Nullpunkt zum anderen Ende des Wurfbereichs in Richtung Hallenwand ausgelegt und fixiert. Zur besseren Weitenbestimmung kann das Maßband zusätzlich jeden halben Meter mit einem Kreppbandstreifen befestigt und beschriftet werden.

Testdurchführung
Ausgangsposition:
Die Testperson steht seitlich zur Abwurflinie und greift den Medizinball mit beiden Händen. Sie nimmt eine deutliche Kniebeugeposition (100-120° innerer Kniewinkel) ein. Sie rotiert den Oberkörper in gestreckter Haltung leicht entgegengesetzt zur Wurfrichtung, so dass der Medizinball mit gestreckten Armen seitlich außen neben dem Knie gehalten werden kann.

Durchführung:
Aus einer aufeinander abgestimmten Beinstreckung, Rumpfrotation und seitlich geführter Wurfbewegung wird der Medizinball soweit wie möglich nach vorn geworfen.

Die Testperson führt einen Probeversuch pro Seite aus. Nach einer kurzen Pause erfolgt ein Wertungsdurchgang pro Seite beginnend mit rechts.

Bei fehlerhafter Ausführung oder falls die geforderten 5,50 m nicht erreicht werden, kann ein zweiter Wertungsdurchgang nach Korrekturhinweisen erfolgen.

Mindestanforderung:
Es muss pro Seite mindestens eine Weite von 5,50m erreicht werden.
 

Closed Kinetic Chain Upper Extremity (CKCU)-Test

Testaufbau
Der Test wird auf einem sauberen Hallenboden, der festen Halt für die Füße bietet, oder auf einer dünnen Gymnastikmatte durchgeführt. Im Abstand von 90 cm werden 2 Markierungen angebracht (Hallenlinien oder Kreppband).

Testdurchführung
Ausgangsposition:
Die Testperson nimmt eine Liegestützhaltung vorlings mit gestreckten Armen ein. Die Hände sind dabei auf Höhe der Schultergelenke innen an den Markierungen (90 cm) auf dem Boden platziert. Die Körperhaltung ist gestreckt bei geschlossenen Beinen.

Durchführung:
Auf ein Startsignal greift die Testperson schnellstmöglich, wechselseitig mit den Fingerspitzen seitlich über die Markierungen, wobei die Stützhand neben der jeweiligen Markierung platziert ist. Die Körperhaltung verbleibt gestreckt mit geschlossenen Beinen. Eine Hohlkreuzhaltung oder das Anheben des Beckens ist zu vermeiden.

Die Testperson führt zwei seitliche Übergriffe zur Probe und nach einer kurzen Pause einen Wertungsdurchgang mit Startsignal durch.

Der Testleiter gibt das Startsignal „Start“ und unterbricht den Test nach 15 s („Stopp“).

Ein zweiter Wertungsdurchgang kann nach 1 min Pause für diejenigen erfolgen, die keine 17 gültigen Wdh. geschafft haben.

Mindestanforderung:
Es müssen mindestens 17 Übergriffe durchgeführt werden.
 

Kasten-Bumerang-Test

Testaufbau
Eine Gymnastikmatte (6 Uhr) und drei Kastenteile (9, 12, 3 Uhr) werden jeweils mit 2 m Abstand zu dem in der Mitte liegenden Medizinball im Quadrat angeordnet.

Testdurchführung
Ausgangsposition:
Die Testperson steht in Schrittstellung vor der Mattenkante, die als Start-/ Ziellinie fungiert.

Durchführung:
Nach dem Startsignal beginnt die Testperson mit einer Rolle vorwärts über die Matte den Parcours.

Die Testperson läuft zum Kastenteil 1, indem sie den Medizinball rechts umläuft. Sie überspringt das Kastenteil 1 und durchkriecht es in Richtung des Medizinballs. In der Folge umläuft die Testperson jeweils rechts den Medizinball auf dem Weg zu den Kastenteilen 2 + 3, die sie ebenfalls überspringt und durchkriecht. Nach Kastenteil 3 umläuft die Testperson den Medizinball wieder rechts und überläuft die Matte bis hinter die Start-/ Ziellinie.

Die Testperson führt keinen Probe- und einen Wertungsdurchgang durch.

Der Testleiter gibt das Startkommando „Start“ und stoppt die Zeit per Hand auf Höhe der Start-/ Ziellinie, wobei er den korrekten Laufweg durch den Parcours überwacht.

Ein zweiter Wertungsdurchgang kann nach 1 min Pause für diejenigen erfolgen, die die 20 s. nicht geschafft haben.

Mindestanforderung:
Die Übung muss in max. 20 sec. absolviert werden.
 

Personenrettung (Dummy ziehen)

Testaufbau
Es wird eine Strecke von 11 m zwischen zwei Pylonen abgesteckt sowie an einer Pylone eine Start-/ Ziellinie durch eine Hallenlinie oder mit Kreppband markiert.

Testdurchführung
Ausgangsposition:
Der Dummy liegt mit dem Kopf in Zugrichtung vor der Start-/ Ziellinie.

Die Testperson greift den Dummy an den Schulterriemen, so dass der Oberkörper des Dummys vom Boden abhebt.

Die Testperson nimmt mit angehobenem Dummy eine aktionsbereite Startposition an der Startlinie mit dem Rücken zur Laufstrecke ein.

Durchführung:
Nach dem Startsignal beginnt die Testperson den Dummy schnellstmöglich, aber dennoch kontrolliert, rückwärtig über den Boden zu ziehen. Eine Grifferneuerung am Schulterriemen des Dummys ist erlaubt.

Die Pylonen signalisieren für die Testperson die jeweilige Wendemarkierung, um die sie den Dummy herumzieht.

Insgesamt wird der Dummy drei Runden um die Pylonen gezogen. Die Laufrichtung verbleibt immer rückwärtig.

Die Testperson führt keinen Probe- und einen Wertungsdurchgang durch.

Mindestanforderung:
Die Übung muss in max. 75 sec. absolviert werden.
 

3000 m Lauf

Testaufbau

Der 3000 m-Lauf wird auf einer 400 m-Tartan- oder Aschebahn ausgeführt oder alternativ auf einer ebenerdigen Laufstrecke von 3000 m. Es wird 200 m vor der üblichen Start-/ Ziellinie der Laufbahn gestartet. Die Start- und Ziellinien werden jeweils deutlich markiert.

Testdurchführung
Ausgangsposition:
Die Testperson stellt sich im Hochstart an die Startlinie.

Durchführung:
Die Testperson läuft schnellstmöglich die Strecke von 3000 m (7,5 Stadionrunden).

Die Testperson führt keinen Probe- und einen Wertungsdurchgang durch.

Mindestanforderung:
Die Übung muss in max. 17 min. absolviert werden.

Der Sporttest für die Laufbahngruppe 2, 1. Und 2. Einstiegsamt besteht aus

  • Schwebebalken
  • Liegestütze
  • Kasten-Bummerang-Test und 3000m-Lauf.

Die genauen Anforderungen findet ihr in der ausführlichen Darstellung des Sporttests für die Laufbahngruppe 1, 2. Einstiegsamt und Notfallsanitäter (s.o.)

Vorstellungsgespräch
Das Vorstellungsgespräch wird als Einzelgespräch durchgeführt und dient als Entscheidungshilfe bei der Erstellung der Schlussbilanz.

Neben den erreichten Leistungen beim Einstellungstest soll der persönliche Eindruck, die nachgewiesen schulischen- und beruflichen

Leistungen sowie die Bewerbungsunterlagen dienen.